Im Fokus – Versicherungstechnisches Gutachten

Ein versicherungstechnisches Gutachten ist ein Bericht, der von einem anerkannten Experten für berufliche Vorsorge gemäss Artikel 52e BVG erstellt wird. Er dient dazu, die finanzielle Lage einer Vorsorgeeinrichtung, die Angemessenheit ihrer technischen Grundlagen, die Übereinstimmung ihrer Reglemente mit den gesetzlichen Bestimmungen sowie ihre Fähigkeit zu beurteilen und ihre Verpflichtungen langfristig zu erfüllen. Der Experte bestätigt darin zudem, dass er die Standesregeln und Fachrichtlinien der Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten (SKPE) sowie die Anforderungen an seine Unabhängigkeit einhält.

Der Hauptzweck dieses Gutachtens, das in regelmässigen Abständen, mindestens jedoch alle drei Jahre erstellt wird, besteht darin, dem Stiftungsrat eine Gesamtbeurteilung der Solidität des Fonds zu liefern, allfällige Risiken aufzuzeigen und zu bestätigen, dass der Fonds Sicherheit dafür bietet, dass er seine reglementarischen Vorsorgeleistungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben finanzieren kann. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die technische Grundlagen, der technische Zinssatz, die Finanzierung der Leistungen, die gebildeten technischen Rückstellungen, die getroffenen Sicherungsmassnahmen sowie die Sanierungsfähigkeit. Das versicherungstechnische Gutachten bildet damit ein zentrales Instrument der Governance und Aufsicht.

Das Gutachten analysiert anschliessend im Detail die finanzielle Lage per 31. Dezember 2024. Per diesem Stichtag weist der Fonds einen Deckungsgrad von 119.4% aus, was einem kräftigen Anstieg gegenüber 113.4% im Vorjahr entspricht. Der Aktivenüberschuss beläuft sich auf CHF 1.321 Milliarden und ist vollständig der Wertschwankungsreserve zugewiesen. Diese erreicht 97.1% ihres Zielwerts und unterstreicht damit die hohe Widerstandsfähigkeit des Fonds gegenüber Marktschwankungen. Das verfügbare Vorsorgevermögen beträgt CHF 8.13 Milliarden, während sich die Vorsorgeverpflichtungen auf CHF 6.81 Milliarden belaufen.

Das Gutachten hebt zudem das technische Ergebnis für das Jahr 2024 hervor. Insgesamt resultiert ein Gewinn von CHF 418.8 Millionen. Haupttreiber ist die Anlagerendite von +9.0%, die deutlich über der erforderlichen Mindestrendite (zwischen 1.6% und 2.0%) liegt. Einzelne Komponenten wirkten negativ – insbesondere Sterblichkeitsverluste bei den Rentenbezügern von CHF -23.2 Millionen –, wurden jedoch klar durch das sehr gute Gesamtergebnis kompensiert. Die Finanzierung des Vorsorgeplans wird insgesamt als ausgewogen beurteilt; ein strukturelles Defizit besteht nicht.

In seiner Gesamtbeurteilung kommt der Experte zu einem positiven Schluss. Sämtliche Kennzahlen befinden sich im grünen Bereich, mit Ausnahme der Sanierungsfähigkeit, die der Experte aufgrund der demografischen Reife des Fonds als eingeschränkt beurteilt. Der Fonds erfüllt die gesetzlichen Vorschriften, verwendet angemessene technische Grundlagen und weist eine insgesamt gute finanzielle Lage auf. Dringende Empfehlungen werden keine ausgesprochen. Der Stiftungsrat wird jedoch eingeladen, die Auswirkungen der neuen technischen Grundlagen BVG 2025 ab deren Veröffentlichung zu analysieren.