Wirtschaftlicher Rückblick 2025
Der wiedererstarkte amerikanische Protektionismus prägte 2025 die Schlagzeilen – und die Märkte. Die USA hoben ihre Zölle auf Niveaus an, wie sie seit beinahe einem Jahrhundert nicht mehr zu beobachten waren. Diese Kehrtwende schürte die Sorge vor einer Abschwächung des Welthandels und führte Anfang April zu einem Rückgang der Aktienmärkte; die Unsicherheit hielt an, während Washington mit seinen Handelspartnern verhandelte. Die Schweiz war besonders stark betroffen: Ihre Exporte in die USA wurden im August mit einem Zollsatz von 39% belegt, bevor ein im November abgeschlossenes Abkommen diesen Satz auf 15% senkte. Die höheren Zölle belasten den gesamten Schweizer Exportsektor und treffen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen; eine bemerkenswerte Ausnahme bildet einzig die Pharmaindustrie, die von diesen Massnahmen verschont blieb.
Trotz des angespannten Umfelds blieben das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne in zahlreichen Ländern auf solidem Niveau. Dies zeugt von einer überraschenden Widerstandskraft gegenüber dem protektionistischen Kurs der USA. Diese Resilienz beruht auf mehreren Impulsen, die 2025 die wirtschaftliche Aktivität spürbar anregten. In Europa veranlasste die mögliche Abkehr der USA von ihrer sicherheitspolitischen Schutzfunktion die Regierungen, ihre Verteidigungsbudgets deutlich anzuheben. Parallel dazu stellte Deutschland zusätzliche Mittel für die Erneuerung verschiedener nationaler Infrastrukturen bereit. In den USA gaben umfangreiche Investitionen in den Bereich der künstlichen Intelligenz – etwa in Form des Baus neuer Rechenzentren – der Wirtschaft zusätzlichen Schub. Zudem wurde die Konjunktur durch Steuersenkungen der Trump-Administration unterstützt. Schliesslich trug auch die Geldpolitik in vielen Ländern zum weltweiten Wachstum bei: Europa und die Schweiz senkten ihre Leitzinsen zu Beginn des Jahres, die USA folgten am Jahresende.
Diese Entwicklungen wirkten sich positiv auf die Aktienmärkte aus: Die Kurse legten zwischen April und Dezember zu, sodass die wichtigsten Indizes im Jahr 2025 in Lokalwährung Renditen zwischen 14% und 18% verzeichneten. Staatsanleihen gaben dagegen leicht nach – der globale Index fiel um bis zu 1% –, da die Märkte mit einer steigenden Staatsverschuldung in vielen Ländern rechneten. Der US‑Dollar verlor gegenüber dem Schweizer Franken deutlich an Wert (-12.6%), belastet von den höheren Zöllen und den damit verbundenen Risiken für die US‑Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund bleibt Vorsicht angezeigt: Die Weltwirtschaft zeigt sich zwar widerstandsfähig, befindet sich jedoch in einer Phase der Abschwächung und bleibt anfällig für erneute Inflationsimpulse. Hinzu kommen anhaltende geopolitische Spannungen sowie das Risiko einer Neubewertung der Titel im Bereich der künstlichen Intelligenz, falls sich die hohen Gewinnerwartungen nicht erfüllen.
